Laugelegumperzunft Konstanz e.V.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Chronik der Laugelegumper

 

 

 

DER UMBAU IM JAHR 1982

Mit Wehmut und ungewissem Bangen verbringen wir die letzten Fasnachtstage 1982 in der Zunftstube des gelben Hauses an der Bruderturmgasse. Wegen Besitzer­wechsel und Umbaumaßnahmen müssen wir uns eine neue Bleibe suchen. Der Pulverturm , welcher in den nächsten fahren renoviert werden soll, ist im Gespräch, das dauert aber zu lange.

Den Gewölbekeller an der alten Stadtmauer im Hause "Zem swartzen Hoff' der Familie Ritzmann kann von den Laugelegumpern genutzt werden, so wird's von Obergumper Klaus Keller-Uhl in der, Jahresversammlung verkündet.

Für das alte Gemäuer an der Unteren Laube waren schnell ein Ausbau- und ein Renovierungskonzept erarbeitet. Architektin Heike Eberhnrdt und einige mehr krempelten die Ärmel hoch und begannen. Der alte Zernelitboden wurde abgespritzt, ein Sicker­schacht wurde abgetragen, große Sandsteinbrocken zerkleinert, etwa

               

 30 cm - festgewachsener Baugrund aufgepickelt, alles in Eimmern von Alt-, Jung­ und Judo-Laugele verfrachtet und in bereitgestellten Mulden abtransportiert. Diese 30 Kubikmeter Aushub wogen etwa lächerliche zehn Tonnen. Unser Klaus war zu jenen Zeiten recht oft und ganz allein damit beschäftigt, Sondergrabungen zu tätigen,

               

teilweise mit feinem Werkzeug so wie es Archäologen verwenden. Einen Schatz oder Römerscherben hat er wahrscheinlich trotzdem nicht gefunden.

Der Altverputz konnte belassen werden, er wurde abge­fegt und ausgebessert. Ein neuer Boden aus Isolierung (gegen kalte Füße), Beton und Tonplatten wurde verlegt. Die Elektroanlage montierte der Junggumper Frowin Keller-Uhl, Vater Klaus verhandelte derweil mit Nach­barn und nervigen Handwerkern. Neue Türen und Fenster wurden eingebaut und die farbige Ausgestaltung besorgte der Hausmaler. Die Lampen bastelte die Gumper Frau Einsle. Von den Künstlern Hans Sauer­bruch, Erich Hofmann, Sepp Biehler, Guido Frick und Wolfgang Schmidt zeugen immer noch einige fasnächt­lich-bildliche Dekorationen. Auf besonderen Wunsch einiger Damen baute man not* ein WC ein, aber erst schien es fast unmöglich, diese Kosten auch noch aufzubringen, doch da gab es zum Glück eine spendable Apothekerin...

Ein Tresen wurde gemauert und mit einer hölzer­nen Abdeckplatte aus Allensbach neu gestillt. Die alten Fachwerkbalken aus dem Gelben Haus zusammen mit einigen aus vormalig Allmannsdorfer Narrenbüumen ergaben einen Raumteiler mit interessanter Nutzung. Auch die alten Kirchenbänke aus der ehemaligen Suso­kirche und die daraus gezimmerten Tische wurden aufbe­reitet und im Keller eingebaut, zusätzlich lieferte die Ruppaner-Brauerei weitere Tische und Bänke als Dauer­leihgabe an.

Und dann konnten die Laugele endlich ihren Keller beziehen.

Gedankt sei allen voran der Familie Ritzmann, die es uns ermöglichte, ein so herrliches Laugelegumper-Zuhause entstehen zu lassen. Vielen Handwerkern, Helfern und Sponsoren, die hier nicht alle genannt werden können, ist es zu verdanken, daß so ein Werk in kurzer Zeit entste­hen kann, so jedenfalls sagte Oberbürgermeister Eick­meyer in seiner Festrede bei der Einweihung am 15.11.1983.

Zum Schluß noch ein paar Daten: für die, die's immer schon genau wissen wollten: der Keller ist ganze 10,00 m lang, 6,30 m breit und hat zirka fünfzig Sitzplätze und x Stehplätze, nicht nur für Laugelegumper.

Peter Hanke